Tag 9 – San Francisco – Teil 2
Gepostet am 28. Februar 2019 von Lara • 4 Minuten • 660 Wörter
Unser zweiter Tag in San Francisco. Erstmal Frühstück im Bett mit den Resten des Donuts. Dann ab nach Japantown, dem japanischen Viertel von San Francisco. Yvi ist fröhlich herumgehüpft und hat Dinge mit niedlichen Gesichtern gekauft. Mittags haben wir dort auch in einem sehr leckeren Restaurant gegessen. Es gab Ramen und Tonkatsu (wie ein paniertes Schnitzel mit Reis und Krautsalat, oder mit Curry). Albrecht musste dringend seine Mate-Sucht befriedigen, also machten wir uns auf die Suche und wurden in einem kleinen Kiosk fündig. So war der Zweite auch zufrieden!
Weiter ging es nach China Town, was optisch wesentlich schöner gestaltet war als Japantown. Lampions über den Straßen, nachgebaute chinesische Architektur und allerlei zu entdecken. In einem Schaufenster hantierte eine Dame mit dünnen Fäden von irgendwas scheinbar leckerem. Uns wurde erklärt, es handle sich um Dragon’s Beard Candy, einer traditionellen chinesischen Süßigkeit. Sie sieht aus wie ein kleines Nest aus unzähligen hauchdünnen Zuckerfäden, die einen Kern aus gehackten Erdnüssen umschließen. Wenn man hineinbeißt, hängen die Fäden am Kinn hinunter und man sieht aus, als hätte man einen langen, weißen Bart (daher auch der Name). Haben wir natürlich direkt gekauft!
Unser letzter Stop - wie sollte es anders sein - war die Golden Gate Bridge. Auch wenn uns das Wetter heute etwas wohler gesinnt war, schön war es nun doch auch wieder nicht. Im Nieselregen und Wind wurden Fotos geknipst und gefilmt. Aber der eine Schuss, den Lara haben wollte, war noch nicht dabei. Dafür müsste man schon auf die andere Seite… Und weil die Busse über die Brücke 12 Dollar pro Person kosten, stapften wir zu Fuß los. 2,1 km durch Sturm und Wind, entlang rasender Autos. Vor uns die immer dunkler werdenden Berge im Nebel, hinter uns die immer hellere Stadt.
Als wir auf der anderen Seite ankamen, war es dunkel. Aber die Aussicht auf die Brücke und die Lichter der Stadt war mega! Blöd nur, wenn man dann feststellt, dass keine Busse mehr fahren und der Fußgängerüberweg plötzlich zugemacht wird. Noch blöder wenn es regnet und man halb erfroren ist. Aber halt! Es gibt ja noch Uber! 22$ bis zum Motel zurück. Zack, gebucht. Und so begann die Odysee.
“Ein Fahrer in 5 Min”. Sehr gut! “Deine Fahrt wurde storniert”. Huh? Ok nochmal! “Ein Fahrer in 11 Min”. Ja das halten wir durch! “Deine Fahrt wurde storniert”. Alter was? Nochmal! “Ein Fahrer in 15 Min”. Also so langsam spüre ich meine Finger nicht mehr. “Deine Fahrt wurde storniert”. Warum sagen die denn alle erst zu und dann wieder ab?! Springen die von der Brücke? Ein letzter Versuch. “Ein Fahrer in 23 Min”. Lara kommt so langsam nicht mehr klar.
Wir sehen das Auto von Fahrer Ajay in der Karte in der App aber leider bewegt es sich nicht auf uns zu, sondern fährt im Kreis. Bitte, bitte sag nicht ab! Wenn das jetzt nicht klappt, müssen wir trampen! Wir fragen Ajay, ob er wirklich zu uns kommt und oh wie wunderbar: Er sagt ja! Er schreibt wir sollen zu einer anderen Stelle kommen und wir rennen los! Da ist er! Da ist Ajay! Nur leider steht sein Auto hinter einem Stacheldrahtzaun. Ajay! Wie kommen wir zu dir?! Ajay fährt weg und plötzlich sehen wir sein Auto wieder. Auf unserer Seite des Zauns! Oh Ajay, ich will dich küssen! Sein Auto ist warm und wir sind glücklich! Ajay ist der Held der Nacht! Zurück in der Motel Garage freuen wir uns, endlich wieder in unser Büsschen zu steigen. Lara macht sich erstmal ein Bier auf. Puh, das war ein Abenteuer!
Jetzt sind wir auf dem Weg zum Yosemite Nationalpark. Tschüss San Francisco, tschüss Küste! Heute Nacht kamen wir irgendwann in Mariposa an, der letzten Kleinstadt vorm Nationalpark. Dort werden wir übernachten. Hier steht überall dass man das nicht darf, aber wird schon! Wir sind wohl auch schon ganz nah dran, am Naturerlebnis. Uns ist nämlich schon das erste Reh entgegengelaufen. Morgen früh gehts in die Natur. Es soll regnen. Natürlich!